Was ist Lastschrift?

Definition, SEPA & Verbraucherrechte

Eine Lastschrift ist ein bargeldloses Zahlungsverfahren, bei dem ein Gläubiger – etwa ein
Unternehmen oder ein Vermieter – einen Betrag direkt vom Konto des Zahlungspflichtigen
einzieht. Voraussetzung ist ein vorab erteiltes Lastschriftmandat. In Europa ist das
SEPA-Lastschriftverfahren der einheitliche Standard für solche Abbuchungen.

Kurz erklärt: Eine Lastschrift ist eine autorisierte Kontoabbuchung durch einen Gläubiger. Der Zahlungspflichtige erteilt dafür einmalig ein Mandat. Lastschriften können innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgebucht werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Lastschrift zieht Geld vom Konto des Zahlungspflichtigen ein – anders als eine Überweisung, die aktiv ausgelöst wird.
  • Grundlage ist ein Lastschriftmandat: die schriftliche oder digitale Einwilligung des
    Kontoinhabers.
  • Das SEPA-Lastschriftverfahren gilt einheitlich in 36 europäischen Ländern.
  • Nicht autorisierte Lastschriften können innerhalb von 13 Monaten zurückgebucht werden.
  • Autorisierte Lastschriften können innerhalb von 8 Wochen ohne Begründung widerrufen
    werden.

Lastschrift, Überweisung und Dauerauftrag im Vergleich

MerkmalLastschriftÜberweisungDauerauftrag
AuslösungDurch den GläubigerDurch den ZahlerDurch den Zahler
(einmalig)
BetragshöheVariabel (vom Gläubiger
festgelegt)
Frei wählbarFest (gleichbleibend)
Mandat nötigJa – LastschriftmandatNeinNein
RückbuchungBis 8 Wochen (autorisiert)Nicht möglichNicht möglich
Typische
Nutzung
Abos, Miete,
Versicherungen
Einmalige ZahlungenMiete, Ratenzahlungen

Definition: Was bedeutet Lastschrift?

Eine Lastschrift (auch: Einzugsermächtigung oder Lastschriftabbuchung) ist ein
Zahlungsverfahren, bei dem der Gläubiger die Initiative zur Kontoabbuchung ergreift. Im
Gegensatz zur Überweisung, bei der der Zahler aktiv handelt, wird die Lastschrift vom Empfänger
des Geldes ausgelöst – auf Basis eines zuvor erteilten Mandats.
Das Lastschriftverfahren ist besonders geeignet für regelmäßige Zahlungen wie Miete,
Versicherungsprämien, Stromabschläge oder Abonnements, da es für den Zahler komfortabel und
für den Gläubiger planbar ist.

Was ist eine SEPA-Lastschrift?

SEPA steht für „Single Euro Payments Area“ – den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum, der 36 europäische Länder umfasst. Die SEPA-Lastschrift hat seit 2014 das frühere nationale
Lastschriftverfahren in Deutschland vollständig abgelöst.
Es gibt zwei Varianten der SEPA-Lastschrift:

  • SEPA-Basislastschrift (Core): Für Privatpersonen und Unternehmen – Rückbuchung innerhalb
    von 8 Wochen möglich.
  • SEPA-Firmenlastschrift (B2B): Nur zwischen Unternehmen – keine Rückbuchung nach
    Ausführung möglich.

Was ist ein Lastschriftmandat?

Ein Lastschriftmandat ist die schriftliche oder digitale Einwilligung des Kontoinhabers, dass ein
bestimmter Gläubiger Beträge von seinem Konto einziehen darf. Ohne gültiges Mandat ist eine
Lastschrift nicht autorisiert und kann jederzeit zurückgebucht werden.
Ein gültiges SEPA-Lastschriftmandat enthält:

  • Name und Adresse des Zahlungspflichtigen
  • IBAN des zu belastenden Kontos
  • Name und Gläubiger-Identifikationsnummer des Gläubigers
  • Mandatsreferenz (eindeutige Kennnummer)
  • Art des Mandats: einmalig oder wiederkehrend
  • Datum und Unterschrift (bei Papiermandat)
SEPA-Lastschriftmandat Muster: Formular mit allen Pflichtfeldern — Gläubiger, IBAN, Mandatsreferenz, Unterschrift
Musterdokument eines SEPA-Lastschriftmandats — alle Pflichtfelder gemäß SEPA-Regelwerk

Tipp: Bewahren Sie alle erteilten Lastschriftmandate sorgfältig auf. Bei unerwarteten Abbuchungen können Sie damit prüfen, ob eine gültige Einwilligung vorliegt – und gegebenenfalls eine Rückbuchung bei Ihrer Bank veranlassen.

Lastschrift zurückbuchen: Ihre Rechte als Verbraucher

Als Verbraucher haben Sie klare Rechte beim SEPA-Basislastschriftverfahren. Entscheidend ist
dabei, ob die Lastschrift autorisiert (mit Mandat) oder nicht autorisiert war.

SituationFrist für RückbuchungBegründung nötig?
Autorisierte LastschriftBis 8 WochenNein
Nicht autorisierte LastschriftBis 13 MonateNein – formloser Widerspruch
Falsche BetragshöheSofort geltend machenJa – Nachweis empfohlen

So veranlassen Sie eine Rückbuchung: Wenden Sie sich schriftlich oder direkt am Schalter an Ihre
Bank und teilen Sie mit, welche Lastschrift Sie zurückbuchen möchten. Geben Sie dabei Datum,
Betrag und Gläubiger an. Die Bank ist verpflichtet, den Betrag innerhalb eines Werktages
zurückzubuchen.

Praxisbeispiel: Lastschrift im Alltag

Sie schließen einen Stromvertrag ab und erteilen dem Anbieter ein SEPA-Lastschriftmandat.
Jeden Monat zieht der Anbieter den vereinbarten Abschlagsbetrag automatisch von Ihrem Konto
ein. Bei einer Jahresabrechnung kann der tatsächliche Betrag abweichen – Sie erhalten dann eine
Rückerstattung oder es wird ein höherer Betrag eingezogen. Widersprechen Sie einer einzelnen
Abbuchung, können Sie diese innerhalb von 8 Wochen über Ihre Bank zurückbuchen lassen.


FAQ – Häufige Fragen zur Lastschrift

Eine Lastschrift ist eine Kontoabbuchung, die nicht Sie selbst, sondern ein Gläubiger auslöst – auf
Basis Ihrer vorab erteilten Einwilligung (Lastschriftmandat). Sie wird häufig für regelmäßige
Zahlungen wie Miete, Strom oder Abonnements genutzt.

SEPA steht für „Single Euro Payments Area“. Die SEPA-Lastschrift ist das einheitliche
europäische Lastschriftverfahren, das seit 2014 in 36 Ländern gilt und das frühere nationale
Einzugsermächtigungsverfahren in Deutschland ersetzt hat.

Ja. Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kann innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von
Gründen zurückgebucht werden. Eine nicht autorisierte Lastschrift (ohne gültiges Mandat) kann
sogar bis zu 13 Monate rückwirkend zurückgefordert werden.

Ein Lastschriftmandat ist die schriftliche Einwilligung, dass ein Gläubiger Beträge von Ihrem Konto einziehen darf. Es enthält Ihre IBAN, den Gläubiger und die Art der Zahlungsvereinbarung.

Bei einem Dauerauftrag legen Sie selbst einen festen Betrag und ein Datum fest. Bei einer
Lastschrift bestimmt der Gläubiger den Zeitpunkt und die Höhe der Abbuchung – innerhalb des
vereinbarten Rahmens.

Wurde eine Lastschrift ohne gültiges Mandat ausgeführt, können Sie diese innerhalb von 13
Monaten bei Ihrer Bank zurückbuchen lassen. Wenden Sie sich dafür schriftlich an Ihre Bank und
geben Sie Datum, Betrag und Gläubiger an.

Nächster Schritt: Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig auf Lastschriften, die Sie nicht
erkennen. Bei unbekannten Abbuchungen: sofort die Bank kontaktieren und eine Rückbuchung veranlassen – Ihre Rechte sind klar geregelt.