Was ist Lohnsteuer?

Grundlagen, Funktion & Lohnsteuerbescheinigung

Lohnsteuer ist die Steuer auf Ihren Arbeitslohn, die Ihr Arbeitgeber direkt vom Bruttogehalt
einbehält und an das Finanzamt abführt. Sie ist eine Vorauszahlung auf Ihre endgültige
Einkommensteuer für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit.

Kurz erklärt: Lohnsteuer ist die monatliche Vorauszahlung Ihrer Einkommensteuer auf Lohn und Gehalt. Ihr Arbeitgeber behält sie direkt vom Bruttogehalt ein und führt sie an das Finanzamt ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Lohnsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer auf Löhne und Gehälter.
  • Die Lohnsteuer wird vom Arbeitgeber einbehalten und monatlich an das Finanzamt abgeführt.
  • Die Höhe der Lohnsteuer hängt unter anderem von Bruttogehalt, Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Kirchensteuerpflicht ab.
  • Die Lohnsteuerbescheinigung fasst alle lohnsteuerrelevanten Daten eines Kalenderjahres zusammen.
  • In der Einkommensteuererklärung wird die gezahlte Lohnsteuer mit der endgültigen Einkommensteuer verrechnet – häufig mit Erstattungsanspruch.

Definition: Was ist Lohnsteuer?

Lohnsteuer ist die Einkommensteuer auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Sie wird nicht von Ihnen selbst überwiesen, sondern direkt von Ihrem Arbeitgeber vom Bruttogehalt abgezogen und an das Finanzamt abgeführt.

Damit ist Lohnsteuer eine Quellensteuer: Die Besteuerung erfolgt unmittelbar dort, wo der Arbeitslohn ausgezahlt wird.

Wie wird die Lohnsteuer berechnet?

Die Lohnsteuer wird für jeden Abrechnungszeitraum anhand gesetzlicher Vorgaben und
elektronischer Lohnsteuerabzugsmerkmale berechnet.

SchrittBeschreibungZiel
1. Bruttogehalt ermittelnSumme aller steuerpflichtigen Lohnbestandteile Ausgangsbasis bestimmen
2. Merkmale berücksichtigenSteuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuer, FreibeträgeIndividuelle Situation abbilden
3. Lohnsteuer berechnenAnwendung der Lohnsteuertabellen bzw. elektronischer VerfahrenMonatliche Steuer-Vorauszahlung
ermitteln
4. Zuschläge berechnenSolidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer Weitere Steuerabzüge berücksichtigen

Lohnsteuer und Einkommensteuer: Wie hängt das zusammen?

Lohnsteuer ist keine eigenständige Steuerart, sondern eine Erhebungsform der Einkommensteuer.
Sie wird auf Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erhoben und als Vorauszahlung auf die
jährliche Einkommensteuer behandelt.
In der Einkommensteuererklärung werden alle Einkünfte eines Jahres zusammengefasst. Die
bereits gezahlte Lohnsteuer wird auf die endgültige Einkommensteuerschuld angerechnet.

Was ist eine Lohnsteuerbescheinigung?

Die Lohnsteuerbescheinigung ist eine Jahresübersicht, die Ihr Arbeitgeber erstellt und elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt. Sie enthält alle wesentlichen Lohn- und Steuerdaten des Kalenderjahres.

InhaltBeispiele
LohnangabenGesamtbruttolohn, steuerpflichtige und ggf. steuerfreie Bezüge
SteuerabzügeLohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer
SozialversicherungsbeiträgeKranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung
Sonderangabenz. B. Betriebsrenten, pauschal versteuerte Zuschläge

Tipp: Bewahren Sie Ihre Lohnsteuerbescheinigungen und Gehaltsabrechnungen geordnet auf. Sie dienen nicht nur als Grundlage für die Steuererklärung, sondern auch als Einkommensnachweis gegenüber Banken oder Vermietern.

Wofür brauchen Sie die Lohnsteuerbescheinigung?

Die Lohnsteuerbescheinigung spielt eine zentrale Rolle bei der Einkommensteuererklärung. Sie
dokumentiert, wie viel Lohnsteuer bereits gezahlt wurde und welche Einkünfte zugrunde lagen.

  • Grundlage für die Einkommensteuererklärung (Papier oder elektronisch).
  • Nachweis gegenüber Finanzamt, Banken und anderen Institutionen.
  • Kontrollmöglichkeit, ob Lohnsteuer und Sozialabgaben korrekt abgerechnet wurden.

Lohnsteuer auf der Gehaltsabrechnung verstehen

Auf Ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung finden Sie die Lohnsteuer als eigene Position unter den Abzügen, neben Sozialversicherungsbeiträgen und ggf. Kirchensteuer. Die Differenz zwischen Bruttogehalt und Nettogehalt ergibt sich im Wesentlichen aus diesen Abzügen. Indem Sie Ihre Abrechnungen regelmäßig prüfen, behalten Sie den Überblick über Ihre Steuerzahlungen.

Best Practices: Lohnsteuer und Bescheinigung im Blick behalten

Ein bewusster Umgang mit Lohnsteuer und Lohnsteuerbescheinigung hilft, Fehlbeträge zu vermeiden und mögliche Erstattungen zu sichern.

  • Prüfen Sie monatlich Ihre Gehaltsabrechnungen auf korrekte Steuerklasse, Kinderfreibeträge und Lohnsteuerabzug.
  • Vergleichen Sie Ihre Lohnsteuerbescheinigung mit den Summen aus Ihren Gehaltsabrechnungen.
  • Nutzen Sie eine Einkommensteuererklärung, um Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträge geltend zu machen.
  • Holen Sie bei Unklarheiten frühzeitig Auskunft bei Arbeitgeber oder steuerlicher Beratung ein.

Praxisbeispiel: Lohnsteuer und Steuererstattung

Eine Arbeitnehmerin erhält monatlich ein fixes Bruttogehalt. Ihr Arbeitgeber behält Lohnsteuer,
Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer ein und zahlt den verbleibenden Nettolohn aus.
Im Rahmen der Einkommensteuererklärung macht sie höhere Werbungskosten und
Sonderausgaben geltend. Die endgültige Einkommensteuer ist niedriger als die Summe der
gezahlten Lohnsteuer – sie erhält eine Steuererstattung.

Lohnsteuer vs. Lohnsteuerbescheinigung im Vergleich

AspektLohnsteuerLohnsteuerbescheinigung
ArtSteuerabzug vom laufenden Arbeitslohn Jahresdokumentation der Lohn- und
Steuerdaten
ZeitpunktMonatlich mit der Gehaltszahlung Einmal jährlich oder bei Austritt
BeteiligteArbeitgeber, Finanzamt, Arbeitnehmer Arbeitgeber, Finanzamt, Arbeitnehmer
(als Kopie)
VerwendungszweckVorauszahlung auf Einkommensteuer Grundlage für Steuererklärung und
Nachweise

FAQ – Häufige Fragen zu Lohnsteuer und Lohnsteuerbescheinigung

Lohnsteuer ist die Steuer auf Ihren Arbeitslohn, die der Arbeitgeber direkt vom Bruttogehalt abzieht und an das Finanzamt überweist.

Die Lohnsteuerbescheinigung ist ein Jahresdokument Ihres Arbeitgebers, das Bruttolohn,
einbehaltene Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und wichtige Sozialabgaben
ausweist.

In der Regel nicht. Arbeitgeber sind verpflichtet, sie nach Jahresende oder beim Austritt aus dem
Unternehmen zu erstellen und elektronisch zu übermitteln.

Die Höhe hängt von Ihrem Bruttogehalt, Ihrer Steuerklasse, Kinderfreibeträgen und Kirchensteuerpflicht ab. Erst in der Einkommensteuererklärung zeigt sich, ob Sie insgesamt zu viel oder zu wenig gezahlt haben.

Das ist möglich, wenn Ihre endgültige Einkommensteuer niedriger ist als die Summe der gezahlten Lohnsteuer. Häufig führt das zu einer Erstattung.

Wenden Sie sich zunächst an Ihren Arbeitgeber und bitten Sie um Korrektur. Weisen Sie im Zweifel in Ihrer Steuererklärung auf den Fehler hin und holen Sie ggf. fachlichen Rat ein.

Nächster Schritt: Prüfen Sie Ihre aktuelle Gehaltsabrechnung und Ihre jüngste Lohnsteuerbescheinigung, entscheiden Sie über die Abgabe einer Einkommensteuererklärung und richten Sie eine übersichtliche Ablage für Ihre Lohnunterlagen ein.